Hauptinhalt
Sachgeschäft: Planungskredit Dorfkernentlastung
Die Verkehrsbelastung entlang der Hauptverkehrsachsen in Wollerau beschäftigt die Politik unserer Gemeinde seit Jahrzehnten. Bis anhin ohne nennenswerte Ergebnisse. Der Gemeinderat will die Herausforderung angehen und beantragt Ihnen daher eine Ausgabenbewilligung in Höhe von CHF 1,387 Mio. zur Planung der Verkehrsentlastung des Dorfzentrums. Damit sollen vor allem die Projekte Dorfentlastung Ost (DeO) und Stegackerbrücke weiterverfolgt werden.
Der Gemeinderat ist sich der Wichtigkeit der Mobilität für die Lebensqualität der Bevölkerung und der Standortattraktivität für die Wirtschaft bewusst. Mit dem vorliegenden Sachgeschäft sollen zwei zentrale Projekte zur Verkehrsentlastung Wolleraus fokussiert und weiter ausgearbeitet werden.
Das Wichtigste in Kürze
-
Die vorliegende Ausgabenbewilligung ermöglicht die weitere Planung zur Verkehrsentlastung des Dorfzentrums von Wollerau.
-
Das Projekt DeO verbindet als neue Entlastungsstrasse die Wächlenstrasse (Denner/Gemeindehaus) direkt mit der Verenastrasse (Autobahnzubringer).
-
Das Projekt Stegackerbrücke verbindet die Hauptstrasse von Feusisberg her kommend mit dem A3-Parkplatz.
-
Erste Verkehrssimulationen zeigen eine Entlastungswirkung der beiden Projekte auf den Dorfkern von teilweise über 60 Prozent.
-
Über die aus der Planung resultierenden Bauprojekte werden die Stimmberechtigten erneut an der Urne entscheiden können.
Ausgangslage
Verkehrsmessungen, die Verkehrsbeziehungen zwischen einzelnen Erfassungsstandorten hervorbringen, gewähren nicht nur einen Eindruck über die absolute Verkehrsbelastung, sondern zeigen auch die Stärke der Verkehrsströme zwischen einzelnen Messpunkten auf.
Die obenstehende Grafik zeigt den durchschnittlichen täglichen Verkehr über alle Wochentage. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Hauptstrasse (im Bereich östlich des Dorfkreisels) und die Roosstrasse (südlich des Kreisels) die höchsten Belastungen aufweisen, gefolgt von der Wilenstrasse und der Hauptstrasse (Richtung Schindellegi).
Insgesamt beträgt der Anteil des Durchgangsverkehrs für den eng gefassten inneren Dorfbereich für die morgendlichen Spitzen zirka 74 Prozent und die abendliche Spitze etwa 69 Prozent. Es wird klar ersichtlich, dass das Strassennetz um den Dorfkreisel herum stark belastet ist.
Dorfentlastung Ost (DeO)
Die DeO verbindet die Hauptstrasse (Verzweigung Hauptstrasse/Wächlenstrasse) direkt mit dem Autobahnzubringer. Hierzu ist unter anderem ein neuer Kreisel bei der Kreuzung Verenastrasse/Roosstrasse notwendig.
Die Simulation der bestehenden Verkehrsnachfrage auf einem Strassennetz inklusive DeO zeigt spürbare Entlastungswirkungen auf das Dorfzentrum. Zwischen den beiden Kreisverkehren (Dorf und Verenahof) auf der Roosstrasse kann die Belastung – je nach Ausgestaltung – gegenüber dem heutigen Zustand um bis zu 62 Prozent und auf der Hauptstrasse zwischen dem Kreisverkehr Dorfplatz und der Bahnhofstrasse um bis zu 65 Prozent abnehmen.
Machbarkeit bestätigt
Eine gemeinsame Arbeitsgruppe, bestehend aus je zwei Mitgliedern des Gemeinderats und der Tiefbau- und Verkehrskommission, hat unter Begleitung von externen Fachplanern die Machbarkeit der DeO vertieft geprüft. Der detaillierte Schlussbericht und weitere Unterlagen können unter https://www.wollerau.ch/projekte-uebersicht/95839 eingesehen werden.
Die Arbeitsgruppe kommt zum Schluss, dass die DeO im aktuellen Planungsstand aus rechtlicher und technischer Sicht in zwei Linienführungen machbar ist. Die direkte Linienführung der Variante VM (siehe Seite 20) ist jedoch nicht mit dem geplanten Ersatzneubauprojekt Alterszentrum Turm-Matt (AZTM) kombinierbar. Eine Untertunnelung des Alterszentrums ist aufgrund der hierfür notwendigen Steigungen des Strassenverlaufs nicht möglich.
Fazit der Arbeitsgruppe
Die beiden machbaren Varianten beurteilen die Mitglieder der Arbeitsgruppe zusammenfassend wie folgt:
- Variante VM
Variante VM (direkte Variante) ist verkehrlich sinnvoll und bautechnisch machbar. Die Variante kann nur ohne den Ersatzneubau AZTM realisiert werden, sprich die beiden Projekte sind am selben Standort nicht kombinierbar. Die Einschnitte in das Ortsbild sind vorhanden, aber weniger einschneidend als bei Variante 2+. Der Landerwerbsbedarf ist vorhanden, aber weniger umfangreich als bei Variante 2+.
- Variante 2+
Variante 2+ (Schlaufenvariante) ist verkehrlich sinnvoll und bautechnisch machbar. Sie ist jedoch baulich deutlich anspruchsvoller als die Variante VM. Es bestehen erhebliche rechtliche, bauliche und zeitliche Risiken und finanzielle Unvorhersehbarkeiten sowie massive Einschnitte in das Ortsbild. Der Landerwerbsbedarf ist deutlich umfangreicher. Der detaillierte Schlussbericht und weitere Unterlagen der Machbarkeitsstudie können auf der Website der Gemeinde Wollerau eingesehen werden.
Favorisierte Variante und nächste Schritte
Die im Rahmen der Abklärungen festgestellte Entlastungswirkung der DeO ist aus Sicht des Gemeinderats erfreulich. Die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe zeigen, dass die DeO mit dem Ersatzneubau AZTM vereinbar ist. Da die bisherigen Erkenntnisse auf einer Machbarkeitsstudie beruhen, soll in einem nächsten Schritt das Projekt mit der Erarbeitung eines Vorprojektes vertieft und konkretisiert werden. Dieses soll Antworten auf rechtliche, bauliche und finanzielle Fragen liefern und Planungssicherheit schaffen. Dazu zählen vor allem eine optimale Linienführung unter spezieller Berücksichtigung eines Eingriffs in Privateigentum, die geologischen und umweltrechtlichen Rahmenbedingungen, die Anschlüsse an die Nationalstrasse sowie die Kosten und Termine.
Stegackerbrücke
In der Darstellung auf Seite 19 ist zu erkennen, dass die Stegackerbrücke mit den erforderlichen Anschlüssen an das Strassennetz eine Querschnittsbelastung von zirka 3200 Fahrzeugen pro Tag aufweist. Auf der Hauptstrasse, zwischen dem Knoten Stegacker und dem Dorfplatz, sinkt die Belastung gegenüber dem Referenzzustand um bis zu 65 Prozent. Auch auf der Hauptstrasse zwischen dem Kreisverkehr Dorfplatz und der Bahnhofstrasse zeigt sich eine Reduktion von bis zu 6 Prozent.
Kombination beider Projekte
Eine Kombination der Projekte DeO und Stegackerbrücke würde die grösstmögliche verkehrliche Neuordnung und Entlastung für den Ortskern mit sich bringen. Es ist mit einer deutlichen Verkehrsabnahme zu rechnen. Zwischen den beiden Kreisverkehren sinkt die Belastung gegenüber dem Referenzzustand um bis zu 72 Prozent und auf der Hauptstrasse zwischen dem Kreisverkehr Dorfplatz und der Bahnhofstrasse um bis zu 90 Prozent – je nach Ausgestaltung der beruhigten Strassenabschnitte im Ortskern.
Empfehlung des Gemeinderats
Auch wenn Verkehrsmodelle nie genau die Wirkungen prognostizieren können, liefern die berechneten Modelle eine eindeutige Aussage: Die DeO und die Stegackerbrücke entlasten gemeinsam den Dorfkern markant vom Verkehr. Eine weitere Bearbeitung der beiden Projekte lohnt sich daher für Wollerau.
Die Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass die Variante 2+ der DeO mit dem geplanten Ersatzneubau AZTM kombinierbar ist. Darin sieht der Gemeinderat eine grosse Chance, zwei für Wollerau wichtige Vorhaben weiterzuentwickeln. Um die nächsten Planungsschritte in Angriff nehmen zu können, empfiehlt der Gemeinderat, die Ausgabenbewilligung «Planungskredit Dorfkernentlastung» anzunehmen.
| Name | Download |
|---|